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Die heilige Johanna der Schlachthöfe

Friday, 27 November 202619:00 to 01:00Theater Dortmund · Kokerei Hansa (Waschkaue und Kompressorenhalle)

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Duration
von Bertolt Brecht; Dramaturgin Sabrina Toyen über Die heilige Johanna der Schlachthöfe In der Regie von Ariane Kareev entwickelt das Schauspiel Dortmund im Herbst 2026 eine Neuinszenierung von Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe in einer Spiegelstruktur, also in einer Parallelführung vom Anfang und vom Ende. Das bedeutet, das Publikum kann Brechts Drama in gleich zwei Versionen erleben, die verschiedene Perspektiven auf seine Figuren ermöglichen. Den ästhetischen Rahmen entwickelt unter anderem die Bühnenbildnerin Lina Oanh Nguyễn in der Waschkaue, der Kompressorenhalle und auf dem Gelände der Kokerei Hansa. Die heilige Johanna der Schlachthöfe zeigt eine Welt, in der wirtschaftliche Machtverhältnisse Mitgefühl zur Ware machen und moralische Verantwortung systematisch unterlaufen wird. Brecht platziert das Stück inmitten einer Gesellschaft, in der Ausbeutung, Ungleichheit und ideologische Verbrämung ineinandergreifen und soziale Gewalt als notwendige Ordnung erscheinen lassen. Johanna steht im Zentrum dieses Gefüges als Suchende nach Gerechtigkeit – und scheitert an Strukturen, die individuelles Handeln überfordern. Diese Erzählung wird in Räumen industrieller Geschichte verortet, in denen sich Fragen von Arbeit, Macht und Verantwortung bis in die Gegenwart fortschreiben. Die Orte der Handlung – die Schlachthöfe Chicagos, die Viehbörse und der Sitz der Schwarzen Strohhüte – werden durch die Ortsspezifik zur begehbaren Installation am Schauplatz der Arbeitswelt im Industriezeitalter des Ruhrgebiets. Die Struktur der Spiegelung, die das Stück durchzieht, lässt die Handlung wie ein Perpetuum Mobile wirken: Figuren, Konflikte und Machtmechanismen drehen sich virtuos um sich selbst, gesellschaftliche Kreisläufe wiederholen sich, und das Publikum wird Zeuge von präziser Bewegung und zyklischer Dynamik – ein dramaturgisches Echo der gesellschaftlichen Mechanismen, die Brecht beschreibt. Mit einem großen Ensemble, dem Dortmunder Sprechchor und Zirkusartist*innen wird Ariane Kareev Brechts Bühnenfassung als bewegendes Spektakel in Szene setzen. Dem Dortmunder Publikum hat die Regisseurin sich bereits in der vergangenen Spielzeit mit der Inszenierung von Antigone vorgestellt. Die Tragödie von Sophokles in einer Bearbeitung von Roland Schimmelpfennig verhandelt die Grenzen von öffentlichem Recht und göttlicher Ordnung und wurde in Ariane Kareevs Inszenierung mit formstarken Akzenten versehen. Nun freuen wir uns sehr, den vielschichtigen und brachialen Klassenkampf des Brecht-Klassikers in ihrer Handschrift zeigen zu dürfen – als ein Perpetuum Mobile aus Figuren, Konflikten und gesellschaftlicher Dynamik, das Zuschauende in den Sog der Handlung zieht und die Endlosigkeit sozialer Mechanismen spürbar macht. Bitte beachten: Die Kokerei Hansa ist ein besonderer Aufführungsort – und im Winter entsprechend kühl. Bitte denken Sie an warme Kleidung und festes Schuhwerk für Ihren Besuch. Regie Ariane Kareev Dramaturgie Sabrina Toyen; Kokerei Hansa (Waschkaue und Kompressorenhalle) 19:00 Uhr; Kokerei Hansa (Waschkaue und Kompressorenhalle) 18:00 Uhr; Kokerei Hansa (Waschkaue und Kompressorenhalle) 19:00 Uhr
Venue
Kokerei Hansa (Waschkaue und Kompressorenhalle)DortmundOpen map

On stage and behind it

Cast

Johanna (Waschkaue)
Rose Lohmann
Johanna (Kompressorenhalle)
Nika Mišković
Mauler
Luis Quintana
Meyers
Mariann Yar
Cridle/Mulberry
Flavius Hölzemann
Lennox/Herr Luckerniddle
Ekkehard Freye
Frau Luckerniddle
Marlena Keil
Slift
Roberto Romeo
Snyder
Viet Anh Alexander Tran
Arbeiterführerin
Sarah Quarshie
Mutter
Fabienne-Deniz Hammer
Martha
Puah Abdellaoui
Artist*innen
Emma Appeltants, Aleksey Smolov
Kostüme
Petra Schnakenberg
Künstl. Produktionsleitung
Mara Henni Klimek, Frauke Becker
Theatervermittlung
Sarah Jasinszczak
Sprechtraining
Sybille Krobs-Rotter
Regieassistenz
Madita Scülfort, Jasmin Johann, Samuel Abendroth
Bühnenbildassistenz
Constanze Kriester, Sandra Maria Kania
Kostümassistenz
Soraya Ouderhm, Slynrya Kongyoo
Kostümgestaltung
Susanne Matull
Soufflage
Klara Brandi, Fiona Holl
Johanna (Circus)
Emma Appeltants
Arbeiterführer (Circus)
Aleksey Smolov

Direction

Regie
Ariane Kareev

Choreography

Choreografie
Josa Kölbel

Design

Bühne
Lina Oanh Nguyen, Lina Oanh Nguyễn
Sounddesign
Lasse Winkler
Video
Phil Jungschläger, Phil Hagen Jungschlaeger
Licht/Video
Stefan Gimbel
Ton
Björn Netten, Gürkan Erdugan, Jörn Michutta, Robin Lockhart, Gertfried Lammersdorf

Dramaturgy

Dramaturgie
Sabrina Toyen

Production

Inspizienz
Christoph Öhl, Monika Gies-Hasmann

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